„Wer nicht von 3000 Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleibt im Dunkel unerfahren,
mag von Tag zu Tag nur leben.“

Johann Wolfgang von Goethe

Geschichtsunterricht Oberstufe

Woher komme ich? Indem ich in die Vergangenheit schaue, erkenne ich das Gewachsene, stelle ich mich in die Zeit, finde ich meine Heimat.

Aber das Bewusstsein für die Vergangenheit schafft auch eine Perspektive für die Zukunft: Welchen Weg hat die Menschheit schon zurückgelegt? Und: Welchen Weg kann sie von hier, von der Gegenwart aus, weiter nehmen?

Geschichte vollzieht sich nicht ohne das Individuum: die Menschheit, das heißt auch: der Mensch, also auch der Jugendliche, gestaltet Geschichte.

Die Waldorfpädagogik möchte durch die Art und Weise der Geschichtsvermittlung den Jugendlichen ermutigen, sich als Gestalter und Handelnder zu begreifen, auf den es ankommt in der Welt.

Unsere Hilfsmittel:

  • Bildhaftigkeit: eine historische Epoche so genau und plastisch zu schildern, dass sich der Jugendliche in sie hineinversetzen und sich mit ihr auch seelisch verbinden kann. Es entsteht die Frage: wie hätte ich an Stelle der Menschen damals gehandelt?
  • Symptomatologie: Die Waldorfpädagogik sucht hinter den äußeren Erscheinungen der Geschichte die tiefer liegenden Impulse, die geistigen Triebfedern der Entwicklung. Wir sind überzeugt von der historischen Sprengkraft der Ideen: jeder neuen Tat geht ein neues Denken voraus. Die Welt und unsere Gesellschaft braucht junge Menschen, die neu und unkonventionell denken und handeln. Der Geschichtsunterricht an Waldorfschulen will dafür Grundlagen schaffen und Einsichten vermitteln.
  • Korrelation von Geschichte und Individuum: Die Waldorfpädagogik ist davon überzeugt, dass sich Menschheitsfragen in den Lebensphasen jedes einzelnen Menschen widerspiegeln. Deshalb  besteht unser Unterrichtsansatz darin, durch die besondere Bearbeitung der historischen Themen die persönlichen Fragen der Jugendlichen aufzugreifen und Lösungswege aufzuzeigen.

Da an unserer Schule die Allgemeine Hochschulreife erworben werden kann, berücksichtigen wir selbstverständlich die dafür notwendigen historischen Inhalte und methodischen Anforderungen.

Die Themen des Geschichtsunterrichts in der Oberstufe

Geschichte ist ein Epochenfach, das heißt, es wird zweimal jährlich über einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen zwei Stunden täglich unterrichtet.

 

9. Klasse: Geschichte der Neuzeit

Themen

Französische Revolution, Nationalismus, Demokratie, 3. Reich,           Nachkriegsgeschichte , Unabhängigkeits- und Freiheitsbewegungen.

Unterrichtsinhalte

Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit; Individuum und Gesellschaft;
Meine eigene Geschichte: meine Familie im 3. Reich und in der Nachkriegszeit.

 

 

10. Klasse: Vorgeschichte, Frühgeschichte und Griechenland

Themen

Beginn der Menschheit, der Homo sapiens; Höhlenzeit; Sesshaftwerdung; Mesopotamien; Ägypten; Griechenland.

Unterrichtsinhalte

Woher stammt der Mensch? Beweggründe für seine Entwicklung; Revolution und Evolution in der Entwicklung; Charakteristika der Kulturstufen; Gewinn und Verlust menschlicher Fähigkeiten; archäologische Erkenntnismethoden; Entdeckung des Denkens in der Philosophie; die Suche nach neuen Sozialformen; der Einzelne und die Gemeinschaft.

 

 

11. Klasse: Rom und Mittelalter

Themen

Römische Republik und Kaiserzeit; Germanen; Reichsbildung; Kaiser versus Kirche; Aufstieg der Städte.

Unterrichtsinhalte

Römischer Pragmatismus und römische Staatskunst; das Imperium Romanum Rückzug in die eigene Seele: Klosterleben und Gebet; die Kultivierung Mitteleuropas; Herr und Knecht; Stadt und Land; der Aufbruch in die Neuzeit.

 

 

12. Klasse: Politik und Philosophie der Neuzeit

Themen

ein Abiturthema; Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Unterrichtsinhalte

Ideologische und soziale  Hintergründe von politischen Entwicklungen(Nationalismus und 1. Weltkrieg; Sozialdarwinismus und 3. Reich; Sozialismus und DDR; Aufklärung und Demokratie; Globalisierung versus globale Partnerschaft).