Russisch
Russisch beginnt in der zweiten Klasse. In den ersten Jahren werden spielerisch mit chorischen Rezitationen, Liedern und kleinen Szenen Wortfelder aus dem Alltagsleben eingeübt: Wochentage, Jahreszeiten, Monate, Zahlen, Körperteile, Kleidungsstücke, Lebensmittel und Ähnliches. Die so erlernten Ausdrücke und Sprachkonstruktionen werden dann in kleinen Dialogen angewendet und weiter gefestigt, ohne dass den Schülern die Struktur schon bewusst wird.
Erst in der vierten Klasse wird die kyrillische Schrift eingeführt, und die schriftliche Arbeit steht für eine Weile im Mittelpunkt. Die neue Schrift lernen die Schüler schnell. Sie emfinden es als großen Vorteil gegenüber dem Englischen, dass die Rechtschreibung sich mit der Aussprache fast vollständig deckt.
Später kommen erste Grammatikregeln hinzu. In der siebten Klasse, nachdem die Schüler sich bewußt für die russische Sprache entschieden haben, geht es richtig los mit dem systematischen Aufbau des Wortschatzes und der Grammatik. Letztere ist zwar zunächst eine große Herausforderung für den Russisch Lernenden, fördert aber die geistige Beweglichkeit sehr. Da die russische Sprache sehr formenreich ist, gilt es, Satzteile zu erkennen und die Beziehungen zwischen einzelnen Satzgliedern zu analysieren und sich dann für eine bestimmte Endung zu entscheiden. Die Sprache erzieht somit, wie auch das Lateinische, zu logischem und analytischem Denken. Das Erlernen der Vokabeln wird von vielen Schülern in den ersten Jahren der Mittelstufe als nicht ganz einfach empfunden, weil vieles sehr fremd klingt. Doch wenn man sich den Grundwortschatz erarbeitet hat, kommt die Belohnung: man kann viele Ausdrücke von einem nicht sehr umfangreichen Basisvokabular ableiten und daher neue Worte leicht erschließen.
In der Oberstufe kommt zum direkten Spracherwerb immer mehr das Kennenlernen der fremden Kultur hinzu. Die Schüler hören von den Festen in Russland, von russischen Gebräuchen, der russischen Gastfreundschaft und der berühmten russischen Mentalität, sie erfahren etwas von der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Russlands in Geschichte und Gegenwart und beschäftigen sich mit den Klassikern der russischen Literatur sowie mit den Problemen des gegenwärtigen Russlands.
Übrigens: Die Russischlehrer bieten auch Russischkurse für Eltern an, die ihren Kindern helfen oder selbst eine neue Sprache lernen wollen. Und außerdem ist das Abitur nicht zentral wie in anderen Fächern, sondern die Themen der beiden Kurshalbjahre sowie die Prüfungsaufgaben werden von den Russischlehrern unserer Schule ausgesucht.
