Ein ganzes Jahr lang hatten die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse Zeit, um den Kreislauf vom Korn zum Brot kennenzulernen. Mit dem Herbstfest jetzt die Ackerbauepoche bei Brötchen und Suppe. Dabei entwickeln die Schüler ein Bewusstsein dafür, wie das Brot auf den Tisch kommt und wie das hierfür erforderliche Korn gewonnen wird.
Backe, backe, Roggenbrötchen oder: Eine Frage der Ähre
Woher kommen eigentlich Brot und Brötchen? Für viele Zeitgenossen bestenfalls aus dem Ofen des Bäckerladens um die Ecke. Tatsächlich ist die Entstehungsgeschichte dieser beliebten Teigwaren deutlich komplexer. Ein ganzes Jahr lang hatten die Schüler der jetzigen vierten Klasse Zeit, um in der Ackerbauepoche den Kreislauf vom Korn zum Brot kennenzulernen. Mit dem Herbstfest endete nun dieser anschauliche Abschnitt, in welchem sich die Kinder fächerübergreifend mit dem Wirken der Natur und unseren biologischen Grundlagen beschäftigen.
„In dieser Zeit entwickeln die Schüler ein Bewusstsein dafür, wie das Brot auf den Tisch kommt und wie anstrengend es ist, das hierfür erforderliche Korn unter sämtlichen Einflüssen der Umwelt zu gewinnen“, erklärt Anna Franzius, Klassenlehrerin der 4b. Im Herbst wird im Schulgarten der Acker gepflügt und geeggt. „Dann staunen die kleinen Landwirte darüber, wie mühselig die Bodenbearbeitung mit dem Pflug ist und entdecken, was sie - gemeinsam - mittels eigener Schaffenskraft erreichen können“, weiß Anna Franzius. Dabei ist viel Geduld gefragt. „Als erstes haben wir Winterroggen angepflanzt, dann sind wir ungefähr jede Woche einmal zu unserem Feld gegangen und haben geguckt, wie hoch der Roggen schon gewachsen ist“, erinnert sich Carlos aus der 4b.
Bei der Auseinandersetzung mit dem Ackerbau machen die Kinder Erfahrungen, die vielen Menschen in unserer hochtechnisierten und arbeitsteiligen Gesellschaft verwehrt sind. „Ich wusste nicht, dass Korn so schnell wächst, dass es in Säcken aufbewahrt wird und dass in einer Ähre so viele Körner wachsen“, berichtet Vincent, 4b. Dennoch bleibt das Ergebnis bescheiden: „Insgesamt haben wir auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern 440 Gramm Mehl produziert“, so Anna Franzius. Doch immerhin reichte die Menge, damit jedes Kind daraus ein kleines Brötchen mit dem Durchmesser eines Zwei-Euro-Stücks backen konnte. Zum Glück gab es noch zusätzlichen Brotteig und eine Herbstsuppe, für die die Kinder das Gemüse selbst kleingeschnitten hatten. So wurden auch die anwesenden Eltern satt.