
Nachtrag zu unserem Jubiläumsfest -
100 Jahre Freie Waldorfschule Hannover-Maschee e. V.
Im Juni 2026 feierte die Freie Waldorfschule Hannover-Maschsee ihr 100-jähriges Bestehen. Dieses bedeutende Jubiläum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Aus einer anfänglichen Versuchsklasse entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte eine der traditionsreichsten und größten Waldorfschulen in Niedersachsen. Das dreitägige Festprogramm bot der gesamten Schulgemeinschaft sowie geladenen Gästen aus Politik und Bildung eine feierliche Plattform zum Austausch und zur Reflexion.
Festakt am Freitag
Die Feierlichkeiten begannen am Freitag mit einem offiziellen Festakt im feierlich geschmückten Kurt-Lehmann-Saal. Bereits ab 17 Uhr strömten die Gäste in das Foyer, um eine Kunstausstellung zu besichtigen und bei einem gemeinsamen Aperitif ins Gespräch zu kommen. Der offizielle Beginn der Feier war um 18 Uhr angesetzt. Durch die festliche Veranstaltung und das dichte Programm des Abends führte Frau Susanne Kelwing. Eröffnet wurde der Festakt standesgemäß mit einer musikalischen Begrüßung, gefolgt von einleitenden Worten und einer herzlichen Begrüßung der geladenen Gäste durch die Geschäftsführerin Frau Klaudia von Horn.
Im Anschluss folgten hochkarätige Grußworte aus Politik, Verwaltung und Verbänden: Den Auftakt machte das Grußwort des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover, Herr Belit Onay. Nach einem darauffolgenden künstlerischen Beitrag aus dem Unterricht der Unterstufe sprach Herr Peter Kindermann als Vertreter für das Regionale Landesamt für Schule und Bildung zu den Anwesenden. Es folgten die Grußworte der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen, vorgetragen von Frau Gabriele Joachimmeyer. Einen lebendigen Eindruck der pädagogischen Arbeit vermittelte daraufhin eine Vorführung aus dem Unterricht der Mittelstufe, bevor Frau Nele Auschra die offiziellen Grußworte vom Bund der Freien Waldorfschulen überbrachte. Abgerundet wurden die Präsentationen durch einen Beitrag aus dem Unterricht der Oberstufe sowie einen inspirierenden Vortrag zu den zukünftigen Perspektiven der Waldorfschule von Frau Annette Ebinger. Nach dem offiziellen Teil ging der Abend bei schönem Wetter auf dem Schulhof und im Vorraum der Aula bei Fingerfood, Getränken und anregenden Gesprächen stimmungsvoll zu Ende.
Schulfest am Samstag
Der Samstag stand ganz im Zeichen des bunten Jubiläumsfests, das sich bei bestem Wetter über das gesamte, lebendige Schulgelände erstreckte. Den feierlichen Auftakt des Tages bildete um 13:00 Uhr eine festliche Monatsfeier in der prall gefüllten Aula, bei der das Mittelstufenorchester und ausgewählte, besondere Beiträge aus den verschiedenen Klassen das Publikum begeisterten. Pünktlich um 14:00 Uhr öffneten schließlich die zahlreichen Verpflegungsstände sowie die vielfältigen Spielelandschaften auf dem Schulhof, der Spielwiese, dem Sportplatz und im Wäldchen. Die Besucherinnen und Besucher genossen eine kulinarische Vielfalt, die von Pizza aus dem Backhaus, frischen Waffeln, Falafel und Curry über Sachen vom Grill bis hin zu einem Eis-Wagen, dem Hof-Café und dem Altschülerinnen-Café reichte. Die Bezahlung an allen Ständen wurde dabei den gesamten Tag über unkompliziert über Wertmarken abgewickelt.
Ein besonderer Höhepunkt für die jüngsten Gäste waren die traditionellen Tänzchen der ersten Klassen auf dem Sportplatz. Überall auf dem Gelände gab es Mitmachaktionen zu entdecken: Während sich die Kinder beim Sackhüpfen, Dosenwerfen, Clownwurf oder dem beliebten Apfel-Schnappen im Wäldchen austobten, lud die Naturwerkstatt zum Hort-Basteln und Plastizieren ein. Auf dem kleinen Schulhof sorgten ein Wasserwerfer und riesige Seifenblasen der Klasse 8A für Begeisterung bei Jung und Alt. Auf dem Sportplatz rollte zudem der Fußball, während die Spielwiese mit einem Kletterbaum, einem Karussell und einer Fotobox lockte. Wer es etwas ruhiger mochte, konnte Schätze im Sand suchen, Blütenkarten im Gartenbau gestalten oder in der geöffneten Buchhandlung stöbern. Parallel dazu luden die Infostände der GO-AG und zum Stadtradeln zum Austausch ein.
Auch das musikalische Programm bot am Nachmittag und Abend außergewöhnliche Glanzpunkte. Um 14:30 Uhr startete im Großen Musiksaal ein interaktiver Workshop zum „Stand-up Chor“ unter der professionellen Anleitung des Musikkollegiums. Die beeindruckenden Ergebnisse dieses Workshops wurden direkt im Anschluss beim großen Chorkonzert ab 16:30 Uhr im Kurt-Lehmann-Saal präsentiert. Ab 17:00 Uhr öffneten die Cocktailbar sowie das Abend-Café und läuteten den Übergang in einen stimmungsvollen Abend ein.
Ab 18:30 Uhr verlagerte sich das Geschehen schließlich auf die Kleinkunstbühne im Gartensaal. Die Band Marea machte hier den stimmungsvollen Anfang und eröffnete das Abendprogramm. Im weiteren Verlauf gab es dort noch viele weitere kreative Beiträge von Schülerinnen und Schülern zu bewundern. Jan Haase übernahm an diesem Abend die Moderation des gesamten Kleinkunstabends, spielte im Rahmen des Programms mehrere Stücke von Bodo Wartke und gestaltete am Ende auch den feierlichen Abschluss. Für große Begeisterung sorgte zudem der Auftritt von Thies, welcher das Publikum sowohl komplett alleine mit einem Solo-Auftritt in seinen Bann zog als auch gemeinsam mit der Schulband performte. Die Schulband wurde von Kilian Arning (Gründer und Coach) initiiert.
Matinee am Sonntag
Den feierlichen Abschluss bildete am Sonntag eine musikalische Matinee im Gartensaal mit Werken von Robert Schumann und Johannes Brahms, vorgetragen von Thorsten Hamann an der Violine und Maia Lelulashvili am Klavier.
Stimmen aus der Elternschaft
Das Feedback aus der Elternschaft spiegelt die lebendige Atmosphäre, die tiefe Verbundenheit und das große Engagement aller Beteiligten wider:
„Guten Tag, Spaß hat natürlich unsere eigene Arbeit mit Seifenblasen auf dem Sportplatz der Klasse 8A gemacht, das war sehr lustig, selbst mein Mann ist wieder zum Kind geworden😉. Richtig toll fand ich die Arbeit der Oberstufe bezüglich Catering am Freitag und auch die schönen Getränkestände am Samstag. Aber was mich sehr beeindruckt hat, war der Thies, die Jugend-Schulband sowie Herr Haase, und natürlich auch unsere eigene Tochter hat uns wieder umgehauen. Mit freundlichen Grüßen Jasmin Damerau“
„Für mich war es eine große Freude, bei diesem Fest dabei zu sein. Den ganzen Tag über hatte ich das Gefühl, Teil von etwas Wichtigem, Guten und Sinnvollen zu sein – Teil einer lebendigen Geschichte, die seit so vielen Jahren Menschen verbindet. Besonders bewegt hat mich der Gedanke, dass meine Kinder hier lernen und aufwachsen dürfen und dass diese wunderbare Schule bereits seit so langer Zeit besteht. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Das Konzert hat mich begeistert, und auch während des gesamten Tages habe ich immer wieder Momente von Freude, Staunen und Verbundenheit erlebt. Die herzliche Atmosphäre, die vielen Begegnungen und das gemeinsame Feiern werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Vielen Dank an alle, die dieses besondere Fest möglich gemacht haben. Liebe Grüße, Sofia Shichkova.“
Historischer Rückblick und gesellschaftliche Bedeutung
Da der Originalartikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung online hinter einer Paywall liegt, sind nachfolgend die wesentlichen historischen Kernpunkte als direkte Zitate aufgeführt (alle Zitate stammen aus dem Artikel von Maike Jacobs in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 5. Juni 2026):
- „Vor 100 Jahren begann in Hannover ein pädagogisches Experiment: ‚Versuchsklasse Waldorfschule‘.“
- Die Reformpädagogin Mathilde Hoyer überzeugte damals „die Eltern von 52 Erstklässlern, ihre Kinder im Sinne der anthroposophischen Erziehung zu unterrichten.“
- „1935 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufnahmeverbot, 1938 schlossen sie die Schule ganz.“
- „Bereits am 1. Mai 1945 trafen sich Anhänger der Waldorfpädagogik, um die Schule neu zu gründen.“
- „Am 11. Juli 1945 erhielt daher die private Schule ihre Konzession wieder“ und zog als „erste allgemeinbildende Schule Hannovers, die wieder unterrichten durfte“ in die ehemalige Hindenburg-Jugendherberge am Maschsee.
- In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Schule kontinuierlich, sodass Gebäude wie der Zinsserbau, Müllerbau und Reindlbau entstanden.
- Heute gedenkt die Schule ihrer erfolgreichen Absolventen, zu denen unter anderem der „Medizin-Nobelpreisträger Thomas Südhof“ gehört, welcher im Jahr 1975 sein Abitur an der Schule ablegte.
Quellen und Referenzen
Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), Artikel von Maike Jacobs vom 5. Juni 2026: „100 Jahre Waldorfschule Am Maschsee: So wurde aus einem Experiment eine der ältesten Waldorfschulen Deutschlands“.
Redaktion: Ilona Heimes, Kilian Arning
Fotos: Julian Welch

